Verabredungen

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Rockzipfel II

Das Telefon klingelt beim Zähneputzen und dein Name steht auf dem Display. Ich brauche ca. 1/2 Sekunde um zu überlegen ob ich diesen Anruf entgegen nehmen soll. Auf dem Weg ins Zimmer unter die warme Decke empfange ich dein Gespräch mit einem überzeugten Hallo. Mich fröstelt. Der ganze Körper schaudert. Die Emotionen lösen heftige Wellen der Erwartung aus. Freude, Glück. Tiefe Einsamkeit wird sich später ausbreiten. Ich frage mich, warum du dies tust. Mich anzurufen. Ich war so entäuscht von dir. Ich bin es noch. Ich will es sein. Aber die Kraft fehlt mir, dir meine Wut hinzuhalten. Verständnis drängt sich ins Bewusstsein, bringt sie zum erliegen.

Ein zweischneidiges Schwert. Du rufst an weil du Freundschaft willst und ein schlechtes Gewissen hast. Mitleid. Spinnst du? Nach über einer Stunde bring ich den Rockzipfel über die Lippe und verärgere dich spürbar. Bringe dich dazu endlich das Telefonat zu beenden und bin froh. Du musst jetzt entscheiden, ich habe keine Kraft mehr, keine Ideen mehr für wie es weiter gehen soll. Also lass diese Frage. Geh deinen Weg, sei dir klar und ruf mich an wenn du das auch wirklich willst.
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Montag, 18. Dezember 2006

Rockzipfel

Du brauchst mir nicht den Rockzipfel hinzuhalten. Ich habe dich nicht darum gebeten. Ich werde dir auch nicht daran hängen. Also lass es bleiben. Wenn du nicht willst, akzeptiere ich das, auch wenn es mich schmerzt. Melde dich nicht bei mir, wenn es dir schlecht geht. Du willst meine Freundschaft nicht, also lass es. Gibt mir mein Herz und meinen Frieden zurück. Du brauchst es nicht. Vielleicht bin ich im nächsten Jahr schlauer und werde es jemandem besonderen geben, der damit umzugehen weiss. Du scheinst diese Fähigkeit nicht zu besitzen. Das bedauere ich sehr, weil ich schrecklich enttäuscht bin. Was solls. Jetzt gehst du hinfort, wirst wahrscheinlich keinen weiteren Gedanken an mich verschwenden. Vielleicht wirst du dich noch wundern warum niemand an dem Zipfel hängt und wirst ihn jemandem anderen hinhalten.
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Mittwoch, 13. Dezember 2006

I.

Du hattest recht, wir hätten an jenem Abend aufstehen und gehen sollen. Noch besser, wir hätten uns nach dem ersten Abend nicht mehr getroffen. Das wolltest du ja auch nicht. Ich hatte dort schon ein eigenartiges Gefühl, habe aber die Dummheit begangen mich einzulassen und dann noch meine Geduld für diese Sinnlosigkeit verschwendet. Ich bin masslos enttäuscht von dir, dass du nicht die Courage besitzt und ehrlich sein kannst. Du führst Zeitmangel als Grund an? Was für eine Ausrede! Von dir hätte ich mehr erwartet. Ich bin unendlich traurig und gekränkt, dass du mich so im Stich lässt. Ein Telefonat bietest du mir an? Damit du mich bei zu grossen Schwierigkeiten aus der Leitung drücken kannst? Darauf verzichte ich. Ich hätte wirklich gedacht, mit dir wäre mehr möglich. Dass du mich einfach so abservierst beendet mein Verständnis für dich. Dass du lieber L. hinterher läufst und da nun kein Platz mehr für andere ist, die du mal im Vollrausch angemacht hast, ist wohl deine Sache. Für mich allerdings das letzte.
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