Freitag, 15. Dezember 2006

Shoppingtour

Ich war shoppen. Und es war geil!

Auftrag: Kaufe eine Serial-ATA Festplatte

Ich war in einem kleinen Elektronikshop, ich war in einem riesengrossen Elektronikshop, ich war in einem Kaufhhaus, ich war ein einem zweiten Kaufhaus und gekauft habe ich - nichts. Nichts für mich. Obwohl alles so schön beleuchtet war, mir diverse Produkte zuwinkten und hübsche Verkäuferinnen verführerisch mit Gratishäppchen neben Waschmaschinen feilboten, habe ich die Finger von allem gelassen. Nicht ganz. An zwei oder drei Stereoanlagen habe ich rumgedrückt, den Luftbefeuchter habe ich mir von einem Verkäufer erklären lassen und den Egoshooter auf dem riesen Plasma und der Playstation 3 habe ich mir auch etwas genauer betrachtet. Schon erstaunlich wie die Grafik heutzutage aussieht. Wir hatten uns früher ja noch über VGA gefreut, weil die Auflösung so saugut war auf dem Monitor und wir das erste mal von undifferenzierter verschwommener Pixelansicht auf identifizierbare Objekte wechselten. Später dann mit S-VGA (S für Super) war dann endgültig der Durchbruch geschafft. Wir wähnten uns auf dem Höhepunkt der menschlichen Entwicklungsgeschichte.

Aber zurück zum Thema. Es hat mir so gut getan zu wissen, dass ich all diesen Scheiss nicht brauche mir nichts kaufen werde, weil ich im Moment nichts wirklich benötige. Wozu auch? Ich habe alles was ich brauche zum Leben. Und eine tolle Frau mit der man durch dick und dünn, oder durchs Shoppingcenter, gehen kann gibts hier sowieso nicht.
Trotzdem hat es mich irgendwie befriedigt an all diesen schönen Produkten vorbeizuziehen. Ich bin durch Parfümwälder gewandert, auf Rolltreppen durch die Stockwerke schwebend habe ich gut gebaute und verdammt gut angezogene Puppenmodels betrachtet, und jeweils im obersten Stock den Duft der Kaufhausrestaurant-Küche eingesogen. Gut, ein par neue Klamotten, oder ein anständiges Snowboard, vielleicht auch einen geilen flachen Fernseher mit Videorekorder, Sourround und dem ganzen Scheiss den ganzen wunderbaren Zubehören wäre schon toll.
Ich überleg mir dann wo ich das wohl am besten plazieren würde in der Wohnung. Das neue Schneebrett an die Stelle des alten, und das alte? Auf den Müll. Die neuen Pullis, Hosen und Jacken, an die Stelle der alten, und die alten? Zu Caritas. Aber der neue Fernseher? Der würde gar nicht an die Stelle des Alten passen. Also müsste der Neue auf den Müll.

Ich habe alles was ich brauche zum Leben. Luft, Essen, Wasser. Wozu brauch ich also ein Kaufhaus? Ich weiss, wenn alle so denken würden wie ich, man müsste die Wirtschaft neu erfinden.

Auftragsstatus: Erfüllt

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